Tipps vom Fachmann:15 versickerungsfähige Bauweise
Tipps für den GaLaBau - Ein Service der Steinwerk-Kooperation, Bendorf/Rhein

Eine gepflasterte Fläche muss heute nicht mehr zwangsläufig eine versiegelte Fläche sein. Durch eine Aufweitung der Fugen zwischen den Betonsteinen ist es möglich, Niederschlagswasser dauerhaft durch die Pflasterfläche an den Untergrund abzugeben.

Einige Besonderheiten sind bei der versickerungsfähigen Bauweise zu beachten:

Bei versickerungsfähigem Untergrund kann die Tragschicht mit gleicher Dicke dimensioniert werden, wie bei konventioneller Entwässerung. Das Tragschichtmaterial darf allerdings nicht zu viele Feinstanteile besitzen, diese würden sich negativ auf die Versickerungsleistung auswirken. Der Feinstkornanteil (Korngröße < 0,063 mm) darf daher höchstens 5 Massenprozent betragen.

Bettung und Fugenfüllung werden zur verbesserten Versickerung mit Splitten der Körnung 1 - 3 mm oder 2 - 5 mm ausgeführt.

Die Versickerungsleistung kann durch ein geringes Gefälle in der Pflasteroberfläche weiter erhöht werden. Man hat sich daher darauf geeinigt, versickerungsfähige Pflaster mit einem Mindestgefälle von 1% auszuführen. Liegt das Gefälle, aufgrund der Geländesituation über 5% sollte von einer versickerungsfähigen Bauweise abgesehen werden, da die Abflussgeschwindigkeit des Wassers so hoch wird, dass die Versickerung durch die Pflasterfläche minimal ausfällt.

In den ersten Jahren nach der Pflasterung werden die Niederschläge komplett durch die aufgeweiteten Fugen versickern. Mit der Zeit geht man davon aus, dass sich die Fugen durch Schmutzfrachten in Teilen zusetzen werden und die Versickerungsleistung zurückgehen wird. Daher hat man sich auf einen theoretischen Wert von 50% Versickerungsleistung durch aufgeweitete Fugen geeinigt. Für die übrigen 50% ist eine Notentwässerung vorzusehen, die auch bei stärkeren Regenereignissen vor unliebsamen Überraschungen schützt.

Zusammenfassung:

Buchtipp: Pflastern mit Betonsteinen von Clemens Esser.
Erschienen im Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-4193-0.