Grundsätzlich können Pflasterflächen in die Funktionsgruppen mit und ohne Regenwasserver-sickerung eingeteilt werden. Um Baufehler bei der wasserdurchlässigen Bauweise zu vermeiden, ist es empfehlenswert, auch für kleinere Bauvorhaben die Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds festzustellen. Für die versickerungsfähige Pflasterbauweise muss dies sogar als zwingend notwendig angesehen werden, da hierbei erhebliche Mengen Wasser durch die Konstruktion in den Untergrund geleitet werden.
Für kleinere Bauvorhaben im privaten Umfeld gibt es einen sehr einfachen Schnelltest zur Feststellung der Wasserdurchlässigkeit des anstehenden Untergrunds. Benötigt werden folgende Gegenständen: Spaten, Zollstock, 10-Liter-Eimer mit Wasser und eine Uhr mit Sekundenzeiger. Außerdem ist etwa eine Stunde Zeit einzuplanen.
Heben Sie eine Grube mit folgenden Maßen aus: 40 cm lang; 40 cm breit, 40 cm tief. Füllen Sie 10 Liter Wasser in diese Grube. Stellen Sie die Zeit fest, die das Wasser bis zum vollständigen Versickern benötigt. Wiederholen Sie den Vorgang so oft bis dreimal hintereinander etwa die gleiche Zeit benötigt wird. Diese Zeit gibt Aufschluss über die Durchlässigkeit des Bodens.
Auswertung des Schnelltest:
Bis 2 Minuten Versickerungsdauer: Gute Durchlässigkeit des Bodens. Die Tragschicht kann entsprechend der geplanten Belastung und den örtlichen Bedingungen dimensioniert werden.
2 bis 20 Minuten Versickerungsdauer: Noch ausreichende Durchlässigkeit des Bodens für eine versickerungsfähige Pflasterung. Die Tragschicht ist zusätzlich, gegenüber der Dimensionierung entsprechend der geplanten Belastung und der örtlichen Bedingungen, um 10 cm zu erhöhen.
Über 20 Minuten Versickerungsdauer: Der Boden ist nur gering durchlässig. Eine versickerungsfähige Bauweise sollte nicht eingebaut werden.
Zusammenfassung:
- Pflasterflächen können in die Gruppen mit und ohne Regenwasserversickerung eingeteilt werden
- Schnelltest zu Feststellung der Wasserdurchlässigkeit anwenden
| Buchtipp: | Pflastern mit Betonsteinen von Clemens Esser. Erschienen im Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart. ISBN 3-8001-4193-0. |